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Waldbrandübung, Lorch Bereich 12 Apostel am 05.04.2008

Es waren ca. 130 FW Leute mit rund 30 Fahrzeugen aus dem ganzen Kreis im Einsatz. Die Aufgabe der Wollmerschieder war es, einen Holzhaufen abzulöschen. Die Übung ist wie am “Schnürchen“ gelaufen.





manchmal hatten wir auch kein Wasser

 

Presse:

Großübung der Wehren hoch über Lorch

Rheingauer Wehren und Einsatzkräfte löschen simulierten Waldbrand/Wasser muss den Berg hoch

Wiesbandener Kurier vom 07.04.2008

LORCH 130 Feuerwehrleute sowie Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund (ASB) und Technisches Hilfswerk (THW) rücken für eine Großübung des Kreises aus. Die größte Herausforderung: Der Transport von 60000 Liter Wasser.



Von Thorsten Stötzer

Durch nasses Gras, in dem Tannenzapfen langsam verfaulen, schlängeln sich die dicken "B-Schläuche" der Feuerwehrleute. Weiter vorne mischt sich Ruß mit Löschwasser zu einer dunklen Paste. Verkohltes Holz stapelt sich bizarr. An drei Stellen löschen die Einsatzkräfte Feuer bei dieser Waldbrandübung hoch oben über dem Rhein und Lorch.

"Wegen der Borkenkäfergefahr musste der Förster die Haufen ohnehin verbrennen lassen", sagt Lorchs Stadtbrandinspektor Michael Muno über den Fichtenabraum, der gerade auf einer Lichtung in Flammen aufgeht. Doch nicht allein wegen der drei überschaubaren Brandstellen, die sich nahe der Baumgruppe "Zwölf Apostel" befinden, sind 130 Feuerwehrleute sowie Rotes Kreuz, ASB und THW aufgebrochen. Bis hin nach Rauenthal und Oberwalluf ist fast der gesamte Rheingau zur Großübung des Kreises im Wald vertreten. Sämtliche Lorcher Stadtteile haben ihre Einheiten geschickt und sogar aus Bad Schwalbach sind Kameraden angerückt.

Die eigentliche Herausforderung steckt für sie in der Logistik, berichtet Muno, denn 60000 Liter Wasser sind vom Tal auf die Höhe zu transportieren. Zehn Tanklöschfahrzeuge und ein Auto des THW bilden dazu einen Ringverkehr. Vom Bächergrund, wo Wasser gefasst wird, geht es steil und kurvenreich über fast 300 Höhenmeter hinauf zu den simulierten Bränden. Den Rheinhöhenweg nutzen die Wehren zur Rückfahrt.

"Die Kunst ist, immer so viel Nachschub zur Verfügung zu haben, damit die Wassersäule nicht abreißt", erläutert Muno. So riesig wie die Menge erscheint, ist sie für die Brandschützer schließlich gar nicht. Zwar benötigt der Durchschnittsdeutsche mehr als anderthalb Jahre, um 60000 Liter Wasser zu verbrauchen. Beim geprobten Szenario in Lorch schießen jedoch in jeder Minute 600 Liter durch die Strahlrohre, rechnet Muno vor. Somit genügt das Wasserkontingent nur für gut eineinhalb Stunden.

"Wald bedeckt 60 Prozent der Lorcher Stadtfläche", erläutert er weiter. Da der Rheingau-Taunus generell mit sehr viel Forst gesegnet ist, erscheint die Übung auch genauso für andere Einsatzabteilungen wertvoll. Kreisbrandinspektor Gunther Reiber erinnert an einen Großbrand am Jagdschloss Platte 2007 und ein mittleres Feuer in Schlangenbad, bei dem die Wehren Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei zum Löschen nutzten. Im Ernstfall könnten auch Hubschrauber der Polizei bei einem Waldbrand zum Einsatz gelangen, erzählt er weiter. Die müssten dann in Egelsbach, Fuldatal oder Sankt Augustin bei Bonn abheben und in den Rheingau-Taunus fliegen. "Bambi-Buckets" heißen die Behälter, die dann voller Wasser an den Helikoptern hängen. Nach Reibers Worten treffen die Spezialisten damit auf zehn Meter genau einen Brandherd.