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Feuerwehr-Voraushelfer


 
 

Rheingau Echo 23.06.2016
Wollmerschied. (cp) – Landrat Burkhard Albers freute sich in Wollmerschied zu sein, um den Voraushelfern der Feuerwehr den neuen Defibrillator zu überreichen und dabei die tolle Arbeit der Feuerwehr zu würdigen. Es sei faszinierend zu sehen wie sich die Feuerwehrleute ehrenamtlich einbringen, um ohne jegliche Bezahlung die Aufgaben zu meistern. Jede Menge Freizeit werde hierfür geopfert, um den Bürgern stets zu helfen. Nicht nur die Einsätze zählen dazu, auch die Instandhaltung des Materials und natürlich die Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden.

„Es ist deshalb wichtig und unerlässlich eine Feuerwehr am Ort zu haben“, so der Landrat unter dem tosenden Beifall der Gäste.

Gerade in der letzten Zeit sei Herausragendes für die Bevölkerung geleistet, wie aus der Presse zu entnehmen war. So könne man zu Recht stolz auf die Freiwillige Feuerwehr sein, denn die Kosten für eine Berufsfeuerwehr könnte weder der Rheingau-Taunus-Kreis noch die Stadt Lorch stemmen. Leider seien auch für neue Materialien die Mittel mehr als beschränkt. Umso erfreulicher sei es, dass es dafür die Stiftung „Initiative und Leistung“ der Nassauischen Sparkasse gibt, wo der Landrat als Kuratoriumsmitglied Gelder bewilligen kann.

„Sehr gerne bin ich dem Wunsch nachgekommen“, so Albers, „und so kann heute der neue Defibrillator als weiteres Gerät in Betrieb gehen, um Menschenleben zu retten, wie schon einige Male geschehen.“ Voraushelfer Reinhard Schuld bedankte sich für die tolle Unterstützung. Wie wichtig die Voraushelfer sind, habe man „auch heute Morgen bei einem Einsatz wieder unter Beweis gestellt“. Auch wenn der mittlerweile in die Jahre gekommene Defibrillator voll funktionsfähig ist, wird die Beschaffung von Ersatzteilen immer schwieriger. Jetzt habe man die komfortable Möglichkeit auch bei Paralleleinsätzen helfen zu können. Dankbar sei man auch über die weitere Unterstützung zur Materialbeschaffung durch die Rheingauer Volksbank und die Pharmafirma Boehringer Ingelheim.

Die Freiwillige Feuerwehr Wollmerschied besteht zurzeit aus 23 Kameradinnen und Kameraden, von denen zehn als Voraushelfer ausgebildet sind. Die Helfer werden zeitgleich mit dem Rettungsdienst und dem Notarzt alarmiert. Sie überbrücken die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, da diese je nach Anfahrtsweg länger dauern kann. So sind die Voraushelfer, die Wollmerschied, Ransel und das Gebiet herum betreuen, in etwa fünf Minuten vor Ort. Stolz ist man darauf, dass nahezu 100 Prozent der Einsätze bedient wurden, um Menschen bei Unfällen oder bei medizinischen Notfällen zu helfen. So sind von den im Schnitt 60 Feuerwehreinsätzen im Jahr etwa 40 Voraushelfereinsätze, die von der ersten Einheit,die es im Rheingau-Taunus-Kreis gab, bewältigt werden. Für eine immer aktuelle Ausbildung sorgen Lehrrettungsassistent Joachim Müller, selbst Mitglied der Gruppe und Dr. med. Hubertus Schneider als betreuender Arzt.


Landrat Burkhard Albers übergab den neuen Defibrillator an Voraushelfer Reinhard Schuld.

 




Mai 2016
Die Voraushelfer der Feuerwehr Wollmerschied haben in den letzten Monaten ein umfangreiches Ausbildungspaket absolviert. 

Am Wochenende und mittwochsabends wurden die Themen Reanimation, Einsatz des Defibrillators, Herzinfakt, Atemnot und der sichere Umgang mit dem Larynxtubus geübt.
Mit einem Larynxtubus sind die Voraushelfer in der Lage, auch bei schwierigen Reanimationen eine sichere Beatmung der Patienten durchzuführen.
Die Ausbildung der Voraushelfer erfolgt mit Unterstützung von Dr. Hubertus Schneider und Lehrrettungsassistent Joachim Müller.

Die Voraushelfer bedanken sich bei den beiden für die gute Ausbildung und die geopferte Freizeit.




Presse: Wiesbadener Tagblatt

In diesem Jahr bereits ein Leben gerettet

14.06.2012 - WOLLMERSCHIED

Von Thorsten Stötzer

VORAUSHELFER Gruppe der Wollmerschieder Feuerwehr feiert an der Kerb ein kleines Jubiläum / Über 100 Einsätze in zehn Jahren

Dieses Jahr haben die Voraushelfer der Wollmerschieder Feuerwehr bereits ein Menschenleben gerettet. Es ging um eine Schädelverletzung mit Bewusstlosigkeit, berichtet Reinhard Schuld, der Leiter der Gruppe. Bereits seit zehn Jahren steht er mit seinen Leuten bereit, um einzugreifen, wenn jemand in den abgelegenen Dörfern Wollmerschied und Ransel lebensbedrohende Gesundheitsprobleme hat.

Informationen bei Kerb

Die örtliche Kerb bietet nun den Rahmen, ein kleines Jubiläum zu feiern und über die ehrenamtliche Arbeit zu informieren. „Es geht um all das, wo ein Rettungswagen mit Sondersignal alarmiert wird“, erläutert Reinhard Schuld. Herzinfarkt, Atemnot und Bewusstlosigkeit seien die häufigsten Fälle, dazu kommen Unfälle. In den jüngsten Jahren stieg die Zahl der Einsätze, 2011 waren es 27 nur für die Voraushelfer.

„Mit den gewachsenen Fähigkeiten haben sich die Einsätze erweitert“, erklärt Wehrführer Harald Schuld, der Bruder von Reinhard Schuld. Über 100 Mal ist die Gruppe mittlerweile seit der offiziellen Indienststellung kurz vor Weihnachten 2002 ausgerückt. Seinerzeit hatten drei Herztote innerhalb eines Jahres die Bürger nachdenklich gemacht, dennoch war die Gründung zunächst nicht unumstritten.

Reinhard Schuld, der beim ASB Sanitätserfahrung gesammelt hatte, nahm Kontakt zu Voraushelfern in Nordhessen und München auf. Dann gelang der Start in den Lorcher Höhenstadtteilen, die ein Rettungswagen im günstigsten Fall nach 12 bis 13 Minuten erreicht - die Voraushelfer brauchen oft nur zweieinhalb.

Elf Aktive machten den Anfang, nebenbei bekam die Stadt so die ersten Feuerwehrfrauen. Elf Voraushelfer - zwei davon aus Ransel - sind auch nach einem Jahrzehnt tätig. „Von einer Krankenschwester über Arbeiter bis zur Hausfrau ist alles dabei“, schildert der Leiter. Meist sind die Mitglieder zu zweit oder dritt vor Ort, manchmal muss die Erste Hilfe allein gelingen, ehe der Rettungswagen eintrifft. Mit dem Tod werden die Freiwilligen ebenso konfrontiert, bislang aber nicht bei jungen Leuten, sagt Reinhard Schuld.

Die Wollmerschieder stellten einst die erste Voraushelfergruppe im Kreis und eine der ersten in Hessen. Im Laufe der Zeit haben sie sich mit Unterstützung des ASB und des Espenschieder Arztes Hubertus Schneider fortgebildet und ihre Ausrüstung vergrößert. Wichtigstes Projekt war ein Garagen-Anbau für einen gekauften Mannschaftswagen im Jahr 2004.

Alles bewältigten die Wollmerschieder „ohne einen Cent von der Stadt Lorch“. Immer wieder sind sie auf Spenden angewiesen, so wollen sie aktuell einen neuen Pulsoximeter beschaffen, mit dem sich der Sauerstoffgehalt im Blut messen lässt. „Eine Elektrode für eine Reanimation mit dem Defibrillator kostet 50 Euro“, sagt Reinhard Schuld, mit Bluzuckertests an der Kerb soll ein wenig Geld eingenommen werden.